Vortrag im Rahmen des Studienganges Technische Redaktion, FH Hannover, Fach Didaktik und Psychologie am 06. Januar 1997. In leicht veränderter Form ebenfalls gehalten im Rechenzentrum TU Clausthal.
Anmerkung: Die technischen Informationen entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik, insbesonders wegen der fortschreitendenen Verdrängung von analogen Aufzeichnungen durch digitale Aufzeichnungen. Gültig bleiben aber die Vorgehensweisen und Nutzungsmöglichkeiten.

Video, ein Medium für Technische Redakteure

Gliederungspunkt rotes Quadrat  1. Gegenwartsbedeutung
Gliederungspunkt gelbes Quadrat  2. Zukunftsbedeutung
Gliederungspunkt grünes Quadrat  3. Zugänglichkeit
Gliederungspunkt blaues Quadrat  4. Beispiele
Gliederungspunkt graues Quadrat  5. Bearbeitung und Übersicht Logo VideoMachine
Gliederungspunkt violettes Quadrat  6. Fazit

Die Begleitumstände für einen Vortrag mit diesem Thema sind:

1. Das am Institut laufende Projekt einer Aufbereitung von Filmmaterial des Stadtarchivs Hannover und die dafür geplante Nutzung des im TR-Institut vorhandenen Videobearbeitungsplatzes. Dieser funktioniert aber nicht erwartungsgemäß und bietet auch nicht die Ausstattungsmerkmale, die für dieses Projekt gebraucht werden.

2. Ich besitze durch meine selbstständige Tätigkeit der Videobearbeitung eine vollständige Ausrüstung eines PC-gestützten Nachbearbeitungsplatzes, der Studioqualität und in einer Ausbaustufe auch Broadcastqualität liefert. Es ist die „VideoMachine“ mit „Double Digitale Player/Recorder“ der Firma FAST Multimedia, München, dem Vorreiter der preiswerten „ALL IN ONE“-Lösung auf dem Sektor der Videobearbeitung und vielfältig mit Innovationspreisen ausgezeichnet, u.a. als Produkt der Cebit ´93. Für die dazugehörende Software „VM Studio“ bin ich für die Versionen 2.0, und die aktuellen 3.0 und 3PLUS als Betatester tätig gewesen.

Vortragsziel

Aus der Kenntnis meiner Arbeit der Videobearbeitung möchte ich den Semesterteilnehmern und sonstig Interessierten einen Überblick vermitteln.

Im Folgenden beschränke ich mich auf die Themen des Vortrages für die Semesterteilnehmer.

Der Vortrag soll sich einigermaßen an dem "Bildungstheoretischen Modell" von Klafki und Kramp orientieren. Das Wesen dieses didaktischen Modells ist die "Didaktische Analyse" in der Vorbereitungsphase des Unterrichts. Dabei orientiert sich der Lehrende an dem geplanten Unterrichtsinhalt, nicht an den Unterrichtsmethoden. Die Grundfrage ist: Lohnt sich das Thema für die Aufbereitung und Vermittlung an die Lernenden?

Ich halte es für lohnenswert, den Bereich Video und die notwendigen Schritte bis zu einem fertigen Videoband im Studiengang TR bekannt zu machen. Die meisten Schritte werden auch für eine CD-Produktion angewendet, und beides sind Medien, die ein TR kennen muß. Ich werde das an TR Arbeiten aus dem Videobereich belegen.

Die Semesterteilnehmer sind im Durchschnitt mit sehr geringen Kenntnissen des großen Mediengebietes Video und Filmtechnik ausgestattet.

Die Grenze der Darstellung im Vortrag ist durch die zeitliche Befristung von 90 min gesetzt, in dem parallel Teile der Videotechnikhardware und das Beispiel meiner Probeaufzeichnung einer Aufbauanleitung für ein Wohnwagenschutzdach angesprochen werden. Wegen dieses thematischen Umfanges einer Einführung in die neue Materie werde ich Frontalunterricht betreiben (vgl Q: S 164). Für kleinere Gruppen, mehr Zeit und mehr Ausstattungsmaterial (Camcorder, Schnittgeräte, sonstiges Equipment) wäre dagegen der Praxisbetrieb in kleinen Gruppen äußerst zu bevorzugen.

Von dieser Grundlage aus gebe ich gelegentlich Hinweise auf die Auswirkungen für die Dramaturgie eines Projektes und die Umsetzung in Schnittpsychologie. Diese Themen sind allerdings sehr komplex, so daß es bei kleinen Ausschnitten bleibt. Es ließe sich daraus eine ganze Vorlesungsreihe, vergleichbar der Vorlesung „Druck-und Reprotechnik“ oder „Visuelle Kommunikation“ gestalten.

Angelehnt an die 5 Stichworte von Klafki und Kramp zur Strukturierung der Unterrichtsinhalte:

  1. Gegenwartsbedeutung
  2. Zukunftsbedeutung
  3. Zugänglichkeit
  4. Exemplarische Bedeutung
  5. Sache selbst

zeige ich anhand einer „HTML-Site“ von 28 Seiten meine Stichworte.

Diese Site ist auf Netscape 2.01 und 400x600 Punkten bei 256 Farben meines Notebooks optimiert. Für Internetbetrieb wäre eine Überarbeitung notwendig.

Ein HTML Dokument habe ich als Vermittlungsmedium gewählt, da ich dies leichter als eine Präsentation mit Powerpoint oder ähnlichen Programmen erstellen kann. Darüber hinaus kann ich wegen der Netzstruktur von HTML besser auf Publikumsfragen eingehen, als es mit einem herkömmlichen, linearen Präsentationsprogramm möglich wäre.

Zur Erfolgsmessung lasse ich die Zuhörer zum Vorlesungsbeginn an der Pinwand einen „Videoschnitt“ durchführen. Ich biete dazu eine aufgeschraubte VHS Cassette an, von der jeder ein kurzes Bandstück abschneiden und auf einer Ordinate auf einem „Kenntnisstand der Videobearbeitung“ von „überhaupt keine“ bis „sehr gute“ ankleben kann. Eine Alternative dazu wäre: Anhand meiner Längenvorgabe von „1 cm = sehr wenig Kenntnisse“ bis hin zu „10 cm = sehr gute Kenntnisse“ schneidet jeder einen seinen Kenntnisstand repräsentierenden Streifen vom Videoband ab.

Sinn der Verwendung dieses Markiermaterials „Videoband“ ist einerseits, daß jeder einmal

1. das Innere einer Cassette sehen kann,

2. die geringe Dicke des Bandmaterials fühlt, die auf Empfindlichkeit schließen läßt und

3. der allgemein verwendete, aber falsche Begriff des „Video-Schnitts“ als Startpunkt meiner Erläuterungen zur Zugänglichkeit dienen kann.

Zuerst definiere ich „Video“ als von Kameras aufgenommene Bilder, die auf einem normalen Fernseher angesehen werden können. Davon zu unterscheiden sind die auf dem Computermonitor abspielbaren, meist durch Animation erzeugten Bilderfolgen, die hinsichtlich Pixelzahlen und Farbtiefen variierenden können.

Gliederungspunkt rotes Quadrat  1. Gegenwartsbedeutung
Gliederungspunkt gelbes Quadrat  2. Zukunftsbedeutung
Gliederungspunkt grünes Quadrat  3. Zugänglichkeit
Gliederungspunkt blaues Quadrat  4. Beispiele
Gliederungspunkt graues Quadrat  5. Bearbeitung und Übersicht Logo VideoMachine
Gliederungspunkt violettes Quadrat  6. Fazit

 

1. Gegenwartsbedeutung
Gliederungspunkt rotes Quadrat Praktisch jeder nutzt gelegentlich einen Fernseher
Gliederungspunkt rotes Quadrat Videos als fertige Produkte sind allgemein bekannt und im Bewußtsein der Semesterteilnehmer verankert
Gliederungspunkt rotes Quadrat Erweiterung der Medienauswahl durch Kenntnis der Produktionsschritte

 

2. Zukunftsbedeutung
Gliederungspunkt gelbes Quadrat eines der Medien für TRs
Gliederungspunkt gelbes Quadrat Ich betrachte das Aufgabenfeld des TR vom Technical Writer" hin zum "Technical Communicator" erweitert. Dadurch ändert sich die zielgruppengerechte Information mit dem "anweisenden" Charakter einer "Anleitung" hin zum "darstellenden" Charakter eines "Sachverhaltes"
Gliederungspunkt gelbes Quadrat Die Produkte eines TR sind damit nicht allein Anleitungen, sondern auch Dokumente über technische Dinge mit rein informierendem Charakter

 

3. Übersicht zur Zugänglichkeit
Fernsehprodukte gliedern sich in einerseits "Live" und andererseits bearbeitete "Aufzeichnung"

Gliederungspunkt grünes Quadrat Die Schritte zum Erstellen
   3.1.die logistische Vorbereitung
   3.2 die Aufzeichnung
   3.3 die Nachbearbeitung
von Videos sind aber weitgehend unbekannt.

 

3.1 Logistische Vorbereitung für Livebetrieb und Aufzeichnung als erster Schritt der Videoerstellung

  • ein Script und ggf ein Scribble oder ein Drehbuch erstellen
  • Locations auswählen
  • Ausstattungsmaterial für Verwendung vor und hinter der Kamera organisieren
  • Crew und Darsteller besorgen
  • Genehmigungen einholen
  • Finanzierung, weitere Verwendungszwecke der Aufzeichnungen klären
  • Urheber-, Nutzungsrechte klären

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3.2 Aktionen bei der Aufzeichnung als zweiter Schritt zur Videoerstellung
Gliederungspunkt grünes Quadrat Bildmaterial von Kamera
Gliederungspunkt grünes Quadrat Licht setzen
Gliederungspunkt grünes Quadrat Tonauswahl
Gliederungspunkt grünes Quadrat Bildmaterial vom Computer
Gliederungspunkt grünes Quadrat Überblendungen

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3.2.1 Details zum zweiten Schritt der Videoerstellung
Gliederungspunkt grünes Quadrat Bildmaterial von Kamera

  • Stativaufnahme: horizontaler und vertikaler Schwenk, Brennweite, Kamerastandort, Bildausschnitt (Totale, Halbtotale, Detail, Zoom oder stehend)
  • bewegte Kamera (Wackler, Schulter, Bewegtstativ, Fahrt, Kran)

Gliederungspunkt grünes Quadrat Füllbilder für Zwischenschnitte (Neutralmaterial), Mastershot

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3.2.2 Details zum zweiten Schritt der Videoerstellung
Gliederungspunkt grünes Quadrat Licht setzen

  • Lichtrichtung: Führungslicht, Seitenlicht, Aufheller
  • Lichtfarbe
  • Lichtmenge

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3.2.3 Details zum zweiten Schritt der Videoerstellung
Gliederungspunkt grünes Quadrat Tonauswahl

  • Originalton
  • Atmosphärenton
  • Off-Sprecher
  • Musik

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3.2.4 Details zum zweiten Schritt der Videoerstellung
Gliederungspunkt grünes Quadrat Bildmaterial vom Computer

  • Grafiken
  • Titel
  • Animationen

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3.2.5 Details zum zweiten Schritt der Videoerstellung
Gliederungspunkt grünes Quadrat Überblendungen

  • Effekte
  • Hart
  • Dissolve
  • div. 2 dim und 3 dim Effekte

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3.3 Nachbearbeitung als dritter Schritt der Videoerstellung

Gliederungspunkt grünes Quadrat "Schnitt"als Begriff vom chemischen Film, Videoschnitt

  • Materialauswahl
  • Effektauswahl
  • Titel-, Grafikerstellung
  • Nachvertonung

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4. Exemplarische Bedeutung, Beispiele

Gliederungspunkt blaues Quadrat Bildkatalog als Projekt bei TR
Gliederungspunkt blaues Quadrat CD-ROM Produktion
Gliederungspunkt blaues Quadrat Corel Draw Videolehrgang
Gliederungspunkt blaues Quadrat Steadicam Aufbauanleitung
Gliederungspunkt blaues Quadrat Caratop Aufbauanleitung für ein Wohnwagenschutzdach (Versuchsversion)

 

4.1 Caratop Aufbauanleitung

  • Aufzeichnung beim Aufbau: ca 210 min
  • aufgezeichnetes Rohmaterial 74 min
  • Arbeitszeit erste Grobdurchsicht 150 min
  • dabei als verwendbar ausgewählt 25min25sec in 93 Clips
  • Kopie der 25:25:00:00 von Band auf DPR ca 150 min
  • 2. Durchsicht mit Ordnen und Trimmen 180 min, dabei übriggeblieben16min50 in 79 Clips
  • (Graphiken)
  • (Ton)

Videomachine und Videotechnik

5 Videoübersicht

Gliederungspunkt graues Quadrat 5.1 Videoparameter
Logo VideoMachine 5.2 VideoMachine
Logo VideoMachine 5.3 Arbeiten mit der VideoMachine

 

5.1 Videoparameter

Gliederungspunkt graues Quadrat 5.1.1 Bildspeichermedien
Gliederungspunkt graues Quadrat 5.1.2 Videoparameter PAL
Gliederungspunkt graues Quadrat 5.1.3 Generationsverlust
Gliederungspunkt graues Quadrat Timecode RCTC, VITC, LTC und Rapid

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5.1.1 Bildspeichermedien

  • Bandmaterial
    VHS, S-VHS
    Video8, Hi8

    Betacam SP, DVC
    Festplatten für Digitalen Player/Recorder
    Fast-SCSI
    Wide-SCSI

 

5.1.1 Bildspeichermedien Detail VHS /Video 8

Spurlage und Abmessungen VHS / S-VHS 

Spurlage und Abmessungen Video8 / Hi8 

 

5.1.2 Videoparameter PAL

Fernsehbild hat Breite von 768 und Höhe von 576 Pixel (442368 Pixel).
Farbtiefe sind 2 Byte. Pro sec werden 25 Bilder gezeigt.

Damit ergibt sich eine Datenrate des Videostromes von 22,12 MB pro Sekunde (49sec /GB).
Audio mit einer Samplingrate von 44,1 kHz in Stereo (Musik CD-Qualität) benötigt ca 416 kB pro Sekunde (40 min/GB).  Q:Backgroundpaper Hybrider Videoschnitt + Handbuch DPR S.74

 

5.1.3 Generationsverlust

Verlust bei Kopiergenerationen  

 

5.2 VideoMachine

Logo VideoMachine VM Anschlüsse
Logo VideoMachine Frame Grabber
Logo VideoMachine DVE (Digitale Video Effekte)
Logo VideoMachine Titler
Logo VideoMachine Hardware orientierter Editor

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5.2.1 VM Anschlüsse

6 Bildeingänge in S-VHS und Composite
4 Audioeingänge in Stereo
3 Controlverbindungen für Bandmaschinenansteuerung
1 Bildpreview
1 Bildausgang
1 Audioausgang in Stereo
1 Sychronisation mit Studiotakt
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5.3 Arbeiten mit der VideoMachine

Logo VideoMachine Rohmaterial in Project Manager
Logo VideoMachine Timeline im Movie Manager
Logo VideoMachine Trimmen

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6. Fazit

Video ist ein lineares Anleitungsmedium, CD-ROM kann netzartig strukturiert werden. Sofern ein Stichwortverzeichnis erforderlich ist, empfiehlt sich ein Papier mit den Bandlaufzeiten. Die Medienkombination erscheint mir als "Königsweg" und auch als "Königsdisziplin". Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, ein Video hat 25 Bilder /sec. (=>Viel Information verpackbar)

Der Einsatz von Video als Medium ist in allen den Fällen sinnvoll, in denen der Nutzer

  1. die Fähigkeit zur Nutzung und
  2. die Gelegenheit zur Nutzung hat

und die darzustellende Materie

  1. optisch umfangreich
  2. kompliziert in den Aktionen ist.

Kosten und Nutzen für die Produktion und das Einzelmedium müssen mit den konkurrierenden Medien verglichen werden.

Die Lernerfolgsmessung soll durch das Verschieben von vorbereiteten Clips mit Bezeichnungen "Kenntniszugewinn klein mittel groß" aus dem Project Manager auf die Timeline der VideoMachine geschoben werden. Diese Sammlung kann dann als Kurzfilm abgespielt werden.

Zeitplanung

Für die Erfolgsmessung setze ich ca 5 min am Beginn und 5min am Ende an. Pro HTML Seite setze ich durchschnittlich je 2 min an. Damit sind 70 min verbraucht. Die Anleitungen von Corel und Steadicam möchte ich in je 5 min besprechen, die Proben zur Anleitung von Caratop haben eine Länge von 15 min, müssen aber nicht in der vollen Länge gezeigt werden, sofern vorher mehr Zeit für die Funktionalität der VM gebraucht wurde.


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